Geliebtes Kind Motzibacke

Bin ich nicht zur Mutter geboren?

Bin ich nicht zur Mutter geboren? Diese Frage, geisterte die ganzen letzten Tage in meinem Kopf herum. Ihr fragt Euch sicher warum und ich werde es Euch in diesem Artikel verraten. Mein Schmatzipuffer ist gerade völlig erschöpft in meinen Armen eingeschlafen. Und ich muss meine Seele dringend von den letzten Ereignissen befreien.

 

Während ich diese Zeilen schreibe, laufen Tränen über mein Gesicht. Ich erkenne die Schrift nur Schemenhaft, aber ich muss meine Gedanken jetzt aufschreiben. Ich merke, wie sich mein aufgewühltes inneres bei jedem neuen Wort beruhigt und ich meine innere Ruhe wiederfinde.

 

Bin ich nicht zur Mutter geboren? Warum diese Frage?

Alles begann am Sonntagabend, schon länger schieben bei meinem Baby die oberen Schneide- und Eckzähne und nun wollen mehrere auf einmal durch. Unsere letzten Wochen waren deshalb schon sehr anstrengend und ich habe kaum Schlaf bekommen.
Genauer gesagt habe ich seit Schmatzipuffers Geburt nicht mehr ausreichend geschlafen, seit bald einem Jahr.

 

Ich bin müde, meine Kraftreserven sind aufgebraucht und ich habe das Gefühl an meinen Aufgaben nicht mehr wachsen zu können. Stattdessen verkümmere ich jeden Tag ein Stückchen mehr.

Ist es wirklich so oder bilde ich mir das nur ein, weil meine Nerven mit mir durch sind und ich unter wahnsinnigem Schlafmangel leide?

 

Nun wurde mein Schmatzipuffer auch noch krank, er hatte zum ersten Mal Fieber. Ein schrecklicher Moment. Ich trug ihn die ganze Zeit nah bei meinem Herzen, dass er sich ausruhen konnte, Kraft und Nähe tanken konnte. Aber auch im Tuch war er nicht zufrieden, es ging ihm nicht gut. Mamas Nähe half, aber konnte das Unwohlsein nicht wegzaubern. Also ertrug ich tagelang sein wehklagen, motzen und weinen, am Tag und in der Nacht. Sobald er aus dem Tuch heraus musste wurde es ganz schlimm und wickeln war ein einziges Desaster. Wenn er den Tisch nur sah motzte er los, darauf ablegen wurde mit untröstlichem Weinen quittiert. Er hatte keine Schmerzen, mit ihm passierte nichts und trotzdem gab es riesen Theater, denn er musste Mamas tröstende und sichere Umarmung verlassen.

 

Bin ich nicht zur Mutter geboren? Wie komme ich auf diese Frage, ich komme auf diese Frage, weil ich in der entstandenen Situation verzweifelte. Ich zerbrach, gab auf und weinte.

 

Unter Tränen machte ich weiter, aber ich war in diesem Moment nicht mehr in der Lage die Bedürfnisse meines Kindes zu erkennen. Ab diesem Moment klappte nichts mehr. Schmatzipuffer weinte, verweigerte die Beikost die ich Nerven kostend mit ihm auf dem Arm, unter seinem Motzen zubereitet hatte und alles wurde noch schlimmer. Wieder konnte ich meine Verzweiflung und die Tränen nicht zurückdrängen. Mir tat mein Baby wahnsinnig leid, das Gefühl zu versagen, übermannte mich und machte natürlich alles noch schlimmer. So saßen wir beide am Tisch während unser Essen kalt wurde. Schmatzipuffer weinte in meinem Arm, wollte nur mich sonst nichts und ich weinte, denn ich fühlte mich als Mutter unfähig und deplatziert.

 

Bin ich nicht zur Mutter geboren? Die Antwort!

In diesem Moment legte sich irgendwo in mir ein Schalter um, ich vergaß meine eigenen Gefühle, Wünsche und Vorstellungen und sah nur mein schluchzendes, fieberndes, zahnendes Kind.
Warum unbedingt Beikost, er braucht jetzt Nähe und Geborgenheit, die Sicherheit das Mama immer da ist, wenn er sie braucht.

 

Und so gab ich ihn meine Brust, die er sofort gierig nahm. Er trank kurz, ließ wieder los und schlief zufrieden an meiner Brust ein.

 
Er hatte einfach keinen Hunger, alles was er in diesem Moment brauchte war Mamas halt und Nähe, sein sicherer Hafen.
Dass ich diese Tatsache erkannt habe beruhigt mich etwas. Ich tauge wohl doch zur Mutter, aber ich muss an mir arbeiten

 

Sicher kann ich meine eigenen Gefühle nicht immer hintenanstellen und da ich ein Mensch bin, der als dieser Emotionen, schlechte Tage hat und auch körperlich nicht immer auf der Höhe ist, darf ich mich selbst nicht vernachlässigen.

 

Aber bei alledem darf ich die Sicht meines Kindes nicht vergessen. Er handelt aus einem Grund so und kann in diesem Moment nicht anders, denn ein Kind ist ehrlich, aufrichtig und emotional und drückt das was er fühlt aus. Wenn er weint, stimmt etwas nicht, er über dramatisiert nicht und der Grund ist für ihn Wichtig und existent, auch wenn wir Eltern ihn nicht sofort erkennen oder sehen…

 

Bis bald, Eure

Kathi

 

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