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Meine Wahrheit über‘s Kinderkriegen | Zeit für die nächste Level

Die zauberhafte Berenice vom Mama-Blog Phinabelle, hat zur Blogparade aufgerufen, „Meine Wahrheit über‘s Kinderkriegen!“ Als ich davon erfuhr, war ich sofort bereit mitzumachen, denn dieses Thema, ist eine wundervolle Möglichkeit für meine Leser, mich und meine Familie, besser kennenzulernen.

Ich werde dieses Jahr 34 Jahre alt, ich bin also recht spät zum ersten Mal Mama geworden. Es gibt mehrere Gründe dafür und als erstes kommt mir der folgende Grund in den Sinn.

Ich wollte nicht Mama werden!

Meine Wahrheit über´s Kinderkriegen- Ich wollte nicht Mama werden

Diese Tatsache irritiert vermutlich im ersten Moment, denn immerhin schreibe ich einen Mama-Blog. Ich investiere also, die wenige Freizeit, die ich neben dem Mama Sein für Schmatzipuffer habe auch noch mit ihm und unserem Leben als Familie. Die Erklärung dieses Sachverhaltes, ist letztlich auch wieder recht simpel.

Ich bin JETZT Mama durch und durch, mit jedem Tropfen Blut und Schweiß und mit jeder Faser meines Körpers.

Das war nicht immer so. In meinem Freundeskreis gab es keine Mamas und auch in dem Teil meiner Familie, mit dem ich tagtäglich zu tun hatte gab es keine Mamas, und auch keine Kinder. Ich kannte diese Art des Lebens nicht wirklich, dazu kam, dass ich sehr lange nicht mein Gegenstück, meinen Weggefährten finden konnte. Und als letzten Grund muss ich mein Studium anführen. Während meiner Studienzeit, war ich oft unterwegs, in der halben Welt auf Exkursion. Finanziert habe ich mein Studium und Leben über die Arbeit als Chemielaborantin im Geo-Labor und diese Arbeit, schloss eine Schwangerschaft aus.

Ein Kind, passte lange Zeit, nicht in mein Leben. Und ehrlich gesagt wollte ich auch kein Kind, ich sah keinerlei Beweggründe Mama zu werden und mein Leben mit einem Kind zu teilen.

 

Meine Wahrheit über´s Kinderkriegen – Die Verwandlung

Vor acht Jahren, lernte ich dann meinen Mann kennen, unverhofft trafen wir uns auf einem Loriot Abend, von einer gemeinsamen Freundin und es passte sofort.

Wir genossen unsere erste Zeit zu zweit sehr, aber irgendwann wurde uns beiden klar wir wollen mehr.

Die Freizeit zu zweit, zocken, die Nacht zum Tage machen und den nächsten Morgen ewig Ausschlafen, sich mit Freunden zu treffen, einfach in den Tag leben, nur für sich selbst Verantwortung zu tragen, war wundervoll, aber reichte uns einfach nicht mehr.

Wir erwarteten mehr vom Leben und beschlossen, dass es Zeit war, für die nächste Level. Ein gemeinsames Kind!

Meine Wahrheit übers Kinderkriegen – die Vorstellung

In meiner Vorstellung, brauchte es nur Liebe und Nähe und dann ist Baby glücklich.

Er wird ganz großartig Schlafen, Stillen ist doch ein Klacks, hab ja alles Wissenswerte gelesen und überhaupt, wird mein Schatz ein unkomplizierter Sonnenschein.

Es war nicht einfach Schwanger zu werden und vermutlich war es deshalb gut, dass ich so positiv dachte, ich weiß nicht ob ich die Entscheidung sonst genauso gefällt hätte. Nachdem wir entschieden hatten ein Kind zu bekommen, dauerte es einige Monate und dann hielt ich tatsächlich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand, wir freuten uns riesig.

Meine erste Schwangerschaft endete aber leider sehr schnell, in einem Abort.

Die während des Aufenthaltes im Krankenhaus, durchgeführten Untersuchungen führten zum nächsten Schreckensmoment…ich hatte eine Autoimmunerkrankung, Hashimoto-Thyreoiditis und werde für den Rest meines Lebens auf Tabletten angewiesen sein.

Und…es wird für mich schwerer sein, als für eine gesunde Frau, Schwanger zu werden und zu bleiben.

Das hatte gesessen, ich war erstmal völlig fertig und wusste nicht mehr annähernd wie es weitergehen sollte. Aber eins wusste ich, ich wollte ein Kind, nach wie vor.

Also wurde meine Erkrankung mit Tabletten eingestellt und wir versuchten es aufs Neue.

Es klappte überraschend schnell. Drei Monate später, hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand und ich schlitterte in die nächste Katastrophe, denn auch meine Schwangerschaft und Geburt waren nicht leicht, aber dazu mehr an anderer Stelle.
Die Rosarote Brille, die ich in der Schwangerschaft aufhatte, war dick, mindestens fünf Dioptrien.

Die Hormone hatten ganze Arbeit geleistet und ich stellte mir den glücklichen Familienalltag, als Himmel auf Erde vor.

So, nun aber Hand aufs Herz und raus mit der Wahrheit. Ich habe mir das Leben mit Kind total anders vorgestellt! Ich habe es mir nicht annähernd so Kräftezehrend und Nervenaufreibend vorgestellt, wie mein letztes Jahr dann war.

Meine Wahrheit übers Kinderkriegen – Die Wahrheit über mein Leben mit Baby

Seit mein Schmatzipuffer auf der Welt ist, habe ich nicht eine Nacht mehr als vier Stunden am Stück geschlafen, und das waren dann wirklich gute Nächte.

Die ersten Monate, schrie und weinte unser Baby, jeden Abend. Die abendlichen Schreiphasen endeten erst, als er etwa drei Monate alt war. Manchmal schlief er im Tuch beim Spaziergang, oder beim Stillen ein und das Schreien und Weinen blieb aus, aber meistens verschob es sich nur nach hinten.

Die grelle, laute Welt überforderte ihn und er kam damit sehr schlecht zurecht. Sein einziger Weg, die Überreizung loszuwerden, lag darin sie heraus zu Weinen und zu Schreien. Dabei hielt ich ihn in meinem Arm, gab ihm Nähe, Kraft und Geborgenheit.

Flüsterte ihm zu, dass er bei mir immer sein darf wer er ist, sich ausweinen und schreien darf. Alles Herauslassen und sich bei mir sicher fühlen darf.

Bis ich das konnte, musste ich aber durch die Hölle gehen. Ich verstand anfangs überhaupt nicht, warum er trotz der Nähe und Geborgenheit, weinte und schrie. Ich gab mir selbst die Schuld und hielt mich für eine unfähige und schreckliche Mutter.

Ich schlitterte in einen Babyblues und so kam es, dass nicht nur mein Baby viel weinte, sondern auch ich ständig weinte, kraft- und hoffnungslos war.

Es dauerte mehrere Monate, bis der Babyblues wieder ging und ich mein Baby lieben und akzeptieren konnte und ich mein Leben, als Mutter annehmen konnte.Kinderkriegen Wochenende in Bildern PhotoNote_WP_20160529_12_05_48_Pro_5237
Mein Mamaleben mit Schmatzipuffer ist nach wie vor nicht einfach, er ist ein sehr sensibles Kind, vielleicht sogar ein hochsensibles Kind. Viele Kleinigkeiten sind für ihn ein riesen Problem, aber ich weiß darum und richte unseren Alltag danach aus. Trotzdem, kann ich ihn nicht in Watte packen und es kommt bei den alltäglichsten Dingen, die ich nicht verhindern kann dazu, dass Schmatzipuffer überfordert reagiert und wie in den ersten Monaten, mit Schreien und Weinen reagiert.
Besonders hart treffen mich die Momente in denen es ihm nicht gut geht, ich ihm Nähe schenken möchte, er sie aber nicht zulassen kann.

Mein Mama-Herz zerbricht dabei, jedes Mal aufs Neue, aber ich klebe es wieder, denn ich weiß er macht das nicht, weil er Mama nicht liebt, sondern aus Überforderung. Also bin ich für ihn da, spreche mit ihm, zeige ihm, dass er nicht alleine ist und nehme ihn in den Arm, wenn er dazu bereit ist.

Da er nachts immer noch oft trinkt und Mama und Papas Nähe zum Schlafen braucht, gibt es bei uns mittlerweile ein Familienbett.

Trotz der vielen Probleme und der harten und anstrengenden Zeit, habe ich meine Entscheidung Mama zu werden nicht bereut.

Auf jeden negativen Moment folgen dreimal so viele positive Momente, auf jede Anstrengung, folgt Freude, auf jedes Weinen und schreien, ganz viel Lachen, auf jedes wegstoßen von ihm, folgen so viel mehr Umarmungen.

Und so bin ich mit meinem Leben als Mama glücklich, zufrieden und möchte noch weitere Kinder, auch wenn Momente voller Licht und Freude, sich mit Schatten und Traurigkeit abwechseln. Es ist gut so und genau richtig, denn nur so können wir die schönen Momente schätzen und genießen!

Bis bald, Eure

Kathi

Dieser Beitrag nimmt an der Linkparty, auf dem Blog Kellerbande, „Mein bester Elternblogbeitrag im Monat Juni“ teil.

 

 

 

 

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