Geliebtes Kind Motzibacke

Generationenkonflikt | Eltern Dasein heute

Generationenkonflikt, er ist allgegenwärtig. Natürlich auch im Eltern Dasein!
Mittlerweile ist mein Schmatzipuffer über ein Jahr alt und je älter er wurde umso größer wurde die Kluft zwischen einem Leben mit Kind wie es früher war und wie ich und meine Familie es heute leben. Warum ist das so?

Wieso fällt es der vorangegangenen Generation so schwer neues zu akzeptieren und offen dafür zu sein? Und wieso muss sich die ältere Generation ständig einmischen, abwertende Blicke und Kommentare dazu abgeben oder ganz hart, die Wünsche der Eltern ignorieren und mit dem Kind umgehen, wie Sie es für richtig halten?

Ich bin mittlerweile, gelinde gesagt sauer und muss mir Luft machen. Es gibt ein paar Dinge, die dringend mal gesagt, oder halt geschrieben werden müssen…

 

Generationenkonflikt im Eltern Dasein | Der nervige…da bist du selbst dran schuld Blick

Wer kennt ihn nicht den Augen verdrehenden Blick von Großeltern, Freunden, Bekannten, wenn man auf ihre Frage, „Wie läuft denn alles bei Euch?“, antwortet und natürlich, nicht nur positives zu berichten hat, denn so ist das Leben, es ist ein auf und ab, es verläuft in Wellen.

Positive und negative Momente gehören untrennbar zusammen und das eine verliert ohne das andere jegliche Bedeutung.

Aber wenn ich mir unsere vorangegangene Generation betrachte, ihnen zuhöre, diesen Blick beobachte, der sagen will: „Ihr seid ja selbst schuld, was darf euer Kind auch ein Freigeist sein…Bei uns hat das damals besser funktioniert.“

War es damals ganz anders, soviel besser und alles perfekt und unanfechtbar richtig, so wie sie es berichten? Warum nur, ist die vorangegangene Generation dem Neuen so unaufgeschlossen?

Wir Menschen entwickeln uns streben nach Verbesserung, das ist ein Teil von uns, der uns ausmacht.

Verlieren wir diesen Teil von uns, mit dem Alter? Oder wird er von etwas Anderen in den Hintergrund gedrängt? Ist es die Unfähigkeit, der älteren Generation sich Fehler einzugestehen? Sehen sie es so, dass wenn sie das Neue akzeptieren, sie sich eingestehen müssen in ihrem Leben falsch gehandelt zu haben?
Wenn es so ist, sage ich Euch, NEIN so ist es nicht!
Ich weiß, dass meine Eltern mich, nach dem damaligen Wissenstand bestmöglich großgezogen haben, denn sie lieben mich und wollen nur das Beste für mich und alles andere lag nun einmal nicht in ihrer Hand.
Aber mal ehrlich, wieso verklärt die vergangene Zeit die Erinnerung nur so sehr. Ich bin mir sicher, dass die jüngere Generation als Kind, nicht nur heiter Sonnenschein war und es mit uns garantiert auch nicht immer perfekt geklappt hat. Und dies trotz der damaligen, ach so unfehlbaren Erziehung, und dem Wundermittel Ferbern. (Achtung Sarkasmus!).
Voran ich mich noch gut erinnere, sind Dinge wie, ewig vor einem Stück Fleisch sitzen zu müssen. Feste Schlafenzeiten, egal ob ich müde oder helle-wach war, was für mich einer Folter gleicht. Ruhig liegen zu müssen, obwohl meine Arme und Beine sich noch bewegen wollen, ist eine Qual.

Und warum fällt es der vorangegangenen Generation so schwer sich auf neues einzulassen und in Erwägung zu ziehen, dass es möglicherweise bessere Wege, als den ihren gibt?

Bleiben wir beim Thema Essen. Ich habe als Baby Brei bekommen und dies schon recht früh. Da es ja damals unbedingt ein vier Stunden Rhythmus beim Stillen sein musste, anstatt einfach nach Bedarf anzulegen, blieb meiner Mutter die Milch weg. So bekam ich erst Ersatzmilch (man stelle sich vor, damals wurde diese für besser, als Muttermilch verkauft) und mit vier Monaten gab es Brei. Das bringt mich direkt zum nächsten Punkt. Stillen damals und heute.

 

Generationenkonflikt im Eltern Dasein | Stillen damals und heute

Gut, damals waren vier Stunden Rhythmen üblich und es wurde der Mama so beigebracht.

In den meisten Fällen endete die Stillbeziehung, bevor sie sich entwickeln konnte, nach kurzer Zeit mit zu wenig Milch, dem Ausbleiben der Milch, oder Milchstau und wenn Mama Pech hatte, mit einer Brustentzündung.

Beim ersten Kind okay, aber spätestens beim zweiten Kind, nachdem man das alles schon einmal erlebt hat, könnte man seine grauen Zellen auch mal benutzen.

Die Natur kennt keine Uhr! Also kennt sie auch keine vier Stunden Abstände. Aber die Natur ist schlau und hat für diese Fälle, dem Baby die Möglichkeit gegeben, sein Bedürfnis nach Nahrung selbst zu regeln und einfordern zu können.

Stillen Eltern Dasein PhotoNote_WP_20160514_10_09_32_Pro (2)_4449

Brei wächst nicht auf Bäumen, oder an Sträuchern, von daher ist es also auch absolut in Ordnung sein Kind länger als 6 Monate zu stillen. Mittlerweile gibt auch die WHO eine Stillzeit von mindestens 6 Monaten und eine Empfehlung für das Weiterstillen bis zwei Jahre an, denn Muttermilch gibt nicht nur viele wichtige Nährstoffe, sondern ist auch im Krankheitsfall hilfreich insbesondere, wenn Nahrung und Trinken verweigert wird.
Und auch hier hat die Natur ganze Arbeit geleistet und zeigt das Langzeitstillen absolut urnatürlich ist. Sie gab dem Kind einen freien Willen und die Möglichkeit den Bedarf an Milch selbst zu regeln und auch über die Zeit hinweg, selbst zu entscheiden.

Die kindliche Neugier führt es langsam, mit Spaß und Entdeckerdrang an die feste Nahrung heran. Und so regelt Baby und Kleinkind die benötigte Milch, neben der Beikost komplett alleine.

Mein Schmatzipuffer bekommt Beikost nach dem Baby led weaning Prinzip.

Das heißt auch, das er erst Beikost bekam als er bereit dafür war und NICHT so, wie es am besten in Mama und Papas Leben passt. Nicht so, dass Mama schnellst möglich wieder für die Wirtschaft zur Verfügung steht. Mit dem industriellen Fortschritt und der Entscheidung, dass Frau mehr als Mama ist, kam auch das Vergessen.

Das Vergessen auf die innere Stimme und die Urinstinkte zu hören. Wann mein Kind bereit ist für Beikost steht in keinem Buch, es ist nichts Starres.

Von Kind zu Kind ist es unterschiedlich. Es gibt daher keine Regel, an die man sich halten kann, aber das eigene Kind vermittelt den Zeitpunkt, alles was nötig ist, ist das eigene Kind kennenzulernen, zu beobachten und ihm die Zeit zu geben, die es braucht.
Schmatzipuffer zeigte mir seine Beikost-Reife ganz deutlich. Immer wenn ich gegessen habe, wollte er auch Essen, irgendwann motzte er auch an und nach der Brust weiter und wollte von meinem Teller essen. Ab diesem Moment bekam er Beikost und hat sie eigenständig gegessen, kein Brei war nötig, er lernte für sich selbst die Nahrung kennen und entdeckte die Lebensmittel in ihrem, von der Natur gegebenen Zustand.
Erst mit den Händen und seit er etwa ein Jahr ist mit Besteck, welches ihm von Anfang an zur Verfügung stand, aber er selbst wählte und entschied wann und wie er essen wollte und lernte es alleine, ohne unser Eingreifen. Und er hat sich dabei nicht einmal ernsthaft Verschluckt!

Er konnte es selbst zerdrücken, lutschen, mit den Händen bearbeiten um es essen zu können. Er lernte es aus eigenem Antrieb, spielerisch und mit Freude. Brei oder ihn füttern war nicht notwendig. In seinem Tempo ersetzte er Stück für Stück seine Stillmahlzeiten durch feste Nahrung.

Nach einem Jahr, stillt er immer noch morgens, mittags, abends und nachts. Wenn es ihm nicht gut geht, oder er zahnt, möchte er kaum Beikost und nimmt lieber die Brust. Und wenn er das braucht ist es so und es ist gut so!

Er bekommt die Zeit, die er braucht und Eure Blicke können daran nichts ändern. Aber ich würde mir wünschen, dass ihr das alles einmal genau Nachdenkt und das Thema ohne Eure eigenen Erfahrungen, Wünsche und Vorstellungen betrachtet. Ich denke ihr werdet den richtigen Weg erkennen.

Vertraut der Mama, jede Mama kann am besten entscheiden, was ihr Kind braucht und was nicht, ob es schon bereit ist die Brust gehen zu lassen oder sie noch braucht. Denn Sie beobachtet und kennt ihr Kind, es fällt ihr leicht seine Wünsche, Bedürfnisse und Vorstellungen zu sehen, was mich zum nächsten Thema bringt.

Wie das eigene Kind am besten schläft, denn auch hier ist jedes Kind verschieden. Die Welt ist bunt und unsere Kinder sind es auch.

 

Generationskonflikt im Eltern Dasein | Schlafen

Das Thema Schlaf, ein Bereich im „Leben mit Kind“, der sich von Kind zu Kind sehr stark unterscheiden kann. Wir müssen uns immer wieder dafür rechtfertigen, dass wir Schmatzipuffer noch nicht woanders, ohne uns übernachten lassen. Es kommt immer der Satz: Aber „Schnupptiduu“ übernachtet schon bei Oma und Opa, und er ist in Schmatzipuffers Alter.
Wenn es für dieses Kind okay ist, sehr gut. Es ist auch die Entscheidung der Eltern dieses Kindes, wenn es für alle in Ordnung ist, wunderbar!
Mit Schmatzipuffer geht das nicht. Er braucht Mama oder Papa zum Einschlafen und in der Nacht, wenn er aufwacht. Das war seit seiner Geburt so und hat sich auch noch nicht geändert.
Interessanter Weise nimmt er kein Kuscheltier, das ist nicht sein Weg für Sicherheit und Trost beim Schlaf. Er möchte Mama und Papa.

Es war seine Entscheidung, die wir respektieren und ihm Erfüllen. So gibt es bei uns Einschlafstillen und das Familienbett.

Mittagsschlaf, ist nicht ganz so festgesteckt, er macht ihn im Tuch oder auf Mamas Schoss. Und seit kurzem mag er auch im Buggy einschlafen, auch wenn nur Oma und Opa dabei sind.

Eltern Dasein, Durchschlafen PhotoNote_WP_20160314_18_39_29_Pro_0854 1

Natürlich bedeutet dieses Schlafverhalten für unser Eltern Dasein, dass es kein Weggehen am Abend gibt, jedenfalls noch nicht, aber das ist auch in Ordnung so. Und wenn es für uns in Ordnung geht, warum kann sich die vorangegangene Generation damit nicht arrangieren?

Der Grund ist ganz einfach. Sie sehen das Kind nicht als ein Individuum, als eine Persönlichkeit, die einen eigenen Willen und eigene Wünsche und Vorstellungen hat, dem mit Respekt und Offenheit begegnet werden sollte. Wenn ich dies so betrachte, verstehe ich warum wir in einer Welt voller Respektlosigkeit, Gewalt und Egoismus leben. Wir waren alle mal Kinder und diese Eigenschaften wurden uns teilweise verwehrt und aberzogen.

Ich möchte diesen Artikel, aber nicht negativ beenden, denn es gibt Hoffnung. Auch die vorangegangene Generation kann sich öffnen. Meine Mama ist das beste Beispiel und dafür bin ich ihr dankbar. Sie hat ihr früheres Wissen teilweise über Bord geworfen und Platz für neues Wissen geschafft und sie nutzt ihr Zeit und liest und saugt die neuen Erkenntnisse auf. Sie denkt nach und gibt sich nicht mit dem bisherigen Wissen zufrieden.

Sie stärkt mir den Rücken und gibt mir Halt, wenn mich mal wieder unbedachte Worte ins Wanken bringen. Dafür bin ich ihr unendlich Dankbar und das macht mich wahnsinnig Stolz auf Sie, denn so ist meine Mama, eine großartige Frau, die alles für ihre Kinder gegeben hat und immer noch gibt und sich für ihr Enkel nur das Beste wünscht und ihre Zeit, Gedanken und Kraft für den besten Weg gibt.

Bis bald, Eure

Kathi

Facebooktwittergoogle_plusmailFacebooktwittergoogle_plusmail
%d Bloggern gefällt das: