Geliebtes Kind Motzibacke

Die Geburt |Es beginnt! Teil 1

Nun war ich letztlich gezwungen mich mit meiner ersten Geburt zu beschäftigen, denn vor einiger Zeit hatten wir uns dazu entschlossen, das aus dreien, viere werden sollen. Da ich trotz allem noch viele Bedenken hatte, startete ich eine Blogparade um die Erfahrungen, Erlebnisse und Gedanken anderer zweifach, dreifach oder bald zweifach Eltern zu erfahren.
Alle wunderbaren Beiträge, haben mir bei der Entscheidungsfindung geholfen und mir so viele persönliche Erfahrungen, Fürs und Wieder gezeigt. Sie haben einen Prozess in meinem Inneren ausgelöst und haben mir Frieden mit dem Gedanken, für ein zweites Kind geschenkt.

Nun bleibt noch ein Hindernis, ein unverarbeitetes Erlebnis. Der Moment, als ich Mama wurde. Schmatzipuffers Geburt. Ich möchte mich mit Euch auf eine Reise begeben und meine Geburt als Mama erneut durchleben. Ich hoffe mit eurer Hilfe diesen letzten Dämon zu besiegen und Frieden mit meiner ersten Geburt schließen zu können.

Die Geburt | Die Wahl des Geburtsortes

Vor meiner Schwangerschaft mit Schmatzipuffer, durfte ich schon einmal, einen positiven Schwangerschaftstest in meiner Hand halten, und mich auf ein neues Leben, in unserer Familie freuen. Diese Schwangerschaft endete jedoch früh in einem Abort.

Als ich dann, nur drei Monate später wieder positiv testete, waren meine Gefühle völlig anders, sie waren ambivalent, ich war gespalten empfand Freude, aber auch große Angst. Angst davor mich auf dieses ungeborene Wesen einzulassen, Angst vor einer erneuten Enttäuschung. Ich fürchtete mich schrecklich vor einem erneuten Abort.

Die Zeit verging und mein ungeborenes Kind wuchs und gedieh prächtig. Ab der 20 Ssw begannen die ersten Probleme. Ich hatte mit Vorwehen und später mit einem weichen Muttermund, einem Trichter und einem verkürzten Gebärmutterhals zu kämpfen.

Geburt Schwangerschaftsbauch 2016-09-01_11.30.24

Meine Ängste wurden dadurch genährt, wuchsen, lasteten immer schwerer auf mir und beeinflussten meine Wahl des Geburtsortes.

Die Geburt | Wie Ängste unsere Entscheidungen beeinflussen

Ich hatte mich eigentlich über eine Geburt in einem Geburtshaus informiert, und das war es auch was ich wollte, aber die immer stärker werdenden Ängste um das Leben meines Kindes zerstörten diesen Wunsch und verhinderten, dass ich die Wahl meines Geburtsortes rational und besonnen angehen konnte.

Ich wusste nur eines, ich würde alles für dieses zarte Leben in mir tun, alles damit es sicher und gesund auf die Welt kommt. Meine Ängste führten mich zu einem Glauben in dem nur ein Krankenhaus, diese sichere Geburt ermöglicht.

Und natürlich konnte ich auch nicht die Finger vom Recherchieren lassen. Alle möglichen Geburten, mit den schlimmsten Erfahrungen und Ausgängen, wie Mama gestorben, Kind gestorben, Kind während der Geburt, bleibend verletzt usw.…, ihr wisst was ich meine…, musste ich lesen.
So lief in meinem Kopf ein Horrorszenario nach dem nächsten ab und führte dazu, dass ich die für mein Kind sicherste Alternative das Krankenhaus, als Geburtsort wählte. Nun wo ich wieder rational und frei von Ängsten denken kann, ist mit klar wie falsch ich damals lag und ich kann nur jedem davon abraten, den Geburtsort auf Grund von Ängsten zu treffen. Macht euch, bei eurer Wahl frei davon und vor allem, geht nicht unendlich viele Horrorszenarien durch, das ist eher hinderlich als hilfreich. Ich hatte mich damals festgefahren und konnte nur noch die eine Entscheidung treffen. Meine erste Geburt fand deshalb in einem Krankenhaus statt.

 

Die Geburt |Der errechnete Tag der Geburt

An dem errechneten Tag der Geburt, hatte ich früh morgens einen Termin bei meinem Frauenarzt. Ich wehte bereits seit Wochen vor mich hin, aber im Gegensatz zu den früheren Wehen, waren diese nicht mehr Muttermund wirksam.

Ganz ehrlich, ich hatte mit nichts anderem gerechnet, so läuft mein Leben. Warum einfach, wenn es auch schwer geht. Also war mir völlig klar, dass mein Kind heute nicht kommt und ich weiter vor mich hin wehen durfte.

Kein Wehen fördernder Tee oder Öl, schien daran was zu ändern. Ich glaube meine Frauenärztin spürte meinen Frust und merkte, dass ich das Kapitel Kugelbauch gerne beenden wollte und so weitete sie meinen Muttermund und schickte mich im strammen Schritt, spazieren.Geburt Schwangerschaftsbauch am ETIMG_20160705_152506
Ich lief also mit meinem geliebten Einen nachhause, anstatt zu fahren, aber es passierte nichts. Die Wehen blieben gleich und verschwanden im Badewasser, also waren es keine geburtsrelevanten Wehen.
Ich trank also weiter fleißig meinen Tee und schmierte den Bauch mit dem Öl ein.

Ganz ehrlich, mittlerweile lache ich über mich selbst. Ich denke nun einfach anders. Der weibliche Körper lässt sich nicht beeinflussen. Die Geburt startet, wenn das Kind und die Mutter dazu bereit sind und nichts kann, oder sollte, an dieser Tatsache etwas ändern.

Gegen späten Nachmittag wurden die Wehen plötzlich anders. Sie kamen in kürzeren Abständen und die Abstände verlängerten sich auch nicht wieder im Badewasser.

Ich spürte das die Geburt begann. Es war eine innere Sicherheit, ich wusste es ganz tief in mir, dass es soweit war. Meine erste Geburt begann.

 

Die Geburt | Das Wunder beginnt

Mein Mann war ab diesem Moment irre aufgeregt und verplant, interessanter Weise war ich völlig ruhig und Herr meiner Sinne und dachte für ihn mit.

Ich hatte trotz all meiner Ängste um mein Kind, nie Angst oder Bedenken vor der Geburt selbst. Ich fühlte mich durch meine Recherchen und den Geburtsvorbereitungskurs sehr gut vorbereitet. Diese Sicht auf eine Geburt, ist ein Geschenk der Unwissenheit, welches man nur vor der ersten Geburt erhält.

Wie in einem schlechten Film, regnete es in Strömen als wir losfuhren und nur die paar Meter von der Haustür zum Auto durchnässten uns ordentlich. Auf dem Weg ins Krankenhaus konnten wir die Straße kaum sehen, nur die vielen Lichter der anderen Autos. Ich veratmete die Wehen ohne Probleme. Ich hatte die Atmung intensiv geübt, wovon ich die gesamte Geburt über profitierte.
Als wir im Krankenhaus ankamen, gab es dann die Überraschung. Die Wehen wurden wieder schwächer und waren fast verschwunden. Die Hebamme machte ein Tokogramm und befand, dass die Wehen noch nicht ausreichend stark waren, da der Muttermund erst weich und ein Finger durchlässig war. Später habe ich gelesen, dass es wohl nicht selten ist, dass die Wehen plötzlich, wenn man Krankenhaus ankommt wieder verschwinden.

Die Geburt |  Und wieder zurück auf Anfang

Liegt es an der Aufregung? Wer weiß, vielleicht hat mein Körper auch nur eine kleine Trockenübung hingelegt. Ich ging also nochmals eine Runde spazieren und wir hofften, dass dies die Wehen zurückholte, aber so war es leider nicht.

Die Hebamme stellte mich vor die Wahl, im Krankenhaus zu bleiben, oder wieder nach Hause zu fahren. Ich entschied mich für letzteres und so fuhren wir wieder Heim.

In diesem Moment war ich absolut enttäuscht. Ich zweifelte an mir selbst und meinen Gefühlen. Hatte ich die Situation so falsch eingeschätzt? Mein Körper, meine innere Stimme sagten mir nach wie vor, dass es soweit war. Dieser Fehlstart brachte mich und mein Körpergefühl ins straucheln und verunsicherte mich.

Es war schon nach zehn, als wir Zuhause ankamen. Wir aßen noch rasch eine Kleinigkeit und gingen ins Bett.
Nachts um zwei wachte ich mit Schmerzen im Unterleib auf, sie fühlten sich wie starke Regelschmerzen an. Ich wartete einige Augenblicke ab, ob sie verschwanden und versuchte zu schlafen, aber sie kamen in regelmäßigen 12 Minuten-Abständen wieder. Ich stand auf und wollte sehen ob Laufen etwas änderte und tatsächlich sie kamen dann in 9 Minuten-Abständen.

Meine Sicherheit war zurück. Ich wusste, nun ist es soweit.

Ich weckte meinen Mann und wir machten uns erneut auf, ins Krankenhaus.

Der zweite Teil, in dem ich euch den Geburtsverlauf erzähle, folgt in ein paar Tagen.

Bis dann, Eure

Kathi

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