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Wie mein Kleinkind beschloss nicht mehr zu Stillen | Selbstbestimmtes Abstillen

Das Beitragsbild ist mein absolutes Lieblingsfoto, von Schmatzipuffer und mir beim Stillen. Es wird voraussichtlich keine neuen Fotos mehr, von unseren Stillmomenten geben, denn letztens war es soweit. Nachdem mein Schmatzipuffer, über Monate Stillmahlzeiten wegfallen lies, und am Ende nur noch das Einschlafstillen geblieben war, schaffte er dies nun auch ab. Und was soll ich sagen, er stürzte mich damit in ein heftiges Gefühlschaos.

Selbstbestimmtes Abstillen | Gefühlschaos, bei Mama!

Ich bin irre stolz auf ihn, ein weiterer Schritt in seine Unabhängigkeit ist getan und ich freue mich so wahnsinnig für ihn, denn es ist eine seiner ersten großen und eigenen Entscheidungen. Aber es macht mich auch traurig, denn es bedeutet einen Abschied.

Ihr fragt euch wovon ich mich verabschiede?

Meine Antwort ist, von verdammt viel!

Ich verabschiede mich von einer Beziehung, Schmatzipuffer und meiner Stillbeziehung.

Sie begann sehr holprig, voller Hürden und Schwierigkeiten, aber sie wuchs. Sie wuchs zu etwas Fantastischem, etwas was ich nie mehr missen möchte. Mein Baby und ich knüpften ein Band, ein Band was so vieles war. Es war Nahrung, Nähe, Liebe, Geborgenheit, Ruhe, Medizin, Innigkeit und Kommunikation. Und wir beide profitierten so sehr davon. Es stärkte, tröstete und schenkte uns Freude.

Leben ist Veränderung und ein Leben mit Kind unterliegt einem ständigen Wandel, aufgebaut auf einem festen Fundament fällt der Wandel leicht. Reibungslos und ohne Widerstand, passieren Änderungen im Leben des Kindes, ohne dass sich der Lauf des Stromes verändert. Und das ist mir für meinen Schmatzipuffer der liebste Weg.

So war das Abstillen für ihn keine große Sache. Es verlief friedlich, ohne Probleme, weder körperlicher noch mentaler Natur.

Selbstbestimmtes Abstillen | Abstillen ohne Probleme

Mein Körper machte das Abstillen überraschend gut mit. Keine Brustschmerzen, kein Milchstau oder anderweitige körperliche Komplikationen und das obwohl mein Körper, sich durch die Schwangerschaft auf ein erneutes Stillen einstellt. Die Milch blieb auch erst Tage, nachdem Schmatzipuffer nicht mehr gestillt hatte weg.

Das Abstillen fand im Einklang mit meinem Körper statt, langsam, in Ruhe, geleitet von meinem Kind. Es verlief in einer Art und Weise, wie es von der Natur vorgesehen wurde, denn die Natur kennt keine Uhren, keine Monatsangaben, keine festgesteckten Zeiträume. Sie regelt diese Dinge, ohne den Faktor Zeit.

Nur mein Herz und meinem Kopf fiel der Abschied schwer. Mein Kind war bereit für diesen Schritt, aber ich musste mir selbst eingestehen, dass ich es noch nicht war und so verlief das Abstillen für mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge!

Selbstbestimmtes Abstillen | Ein Abschied für immer?

Beim letzten Treffen mit meiner Hebamme, war diese doch recht froh darüber, dass mein Schmatzipuffer sich für das Abstillen entschieden hatte, denn mein Immunsystem macht uns, in dieser Schwangerschaft etwas zu schaffen. Ich bin quasi seit Herbst dauerhaft krank und das Stillen hatte meinen Körper neben der Schwangerschaft zusätzlich belastet. Aber sie schenkte mir auch einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass es vielleicht kein Abschied auf immer ist. Oftmals entwickeln Geschwister, wieder den Wunsch zu Stillen, wenn sie Mama und das Neugeborene dabei beobachten. Ich bin gespannt, wie es bei uns sein wird, ich bin bereit zum Tandemstillen, wenn es sich mein Schmatzipuffer wünschen sollte.

Selbstbestimmtes Abstillen | Und wie klappt nun das Einschlafen?

Eine Frage, die ich mir schon seit einer halben Ewigkeit stellte.

Wie würde Schmatzipuffer damit zurechtkommen ohne Brust einzuschlafen?

Würde er zur Ruhe kommen?

Würde er die Nähe und Geborgenheit zu mir vermissen?

Die Antwort ist nun so simpel. Da machte ich mir so lange Sorgen um etwas, was ohne Probleme seinen Weg alleine ging. Wie ein unaufhaltsamer Fluss, der keinen Widerstand, keine Begrenzung kennt, schaffte sich Schmatzipuffer ein „zu Bett gehen“ ohne Stillen. Er war dabei so souverän, er wusste was er wollte und setzte es um. Ich verstand seine Signale und so begannen wir beim zu Bett gehen miteinander zu kuscheln und ich lass ihm eine Gute Nacht Geschichte vor.

Und als wäre es nie anders gewesen kam mein Kind dabei zur Ruhe, genoss es meiner Stimme zu lauschen und mit meinem Arm zu kuscheln, während mit jeder Zeile, seine Augen schwerer wurde und sich immer öfter schlossen, bis sie geschlossen blieben und er ruhig atmend neben mir schlief.

Ich habe in den letzten 21 Monaten so viel gelernt, über meinen Sohn und auch über mich selbst. Vertrauen in sein Können, seine Intuition, sein Wesen und vertrauen in mich selbst, dass wir beide den besten Weg finden und gehen werden.

Die Beziehung und Bindung zwischen einer Mutter und ihrem Kind, ist etwas einzigartig, faszinierendes und wenn wir ihr vertrauen, zeigt sie uns einen wunderbaren Weg, des miteinander Wachsens und Lebens.

Bis bald, Eure

Kathi

Dieser Beitrag ist Teil der Aktion #Herzpost, bei der zauberhaften Wiebke und ihrem Blog Verflixter Alltag.

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